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AGV Olpe

Arbeitgeberverband für den
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INFO! Unternehmen als Familie begreifen Drucken
Donnerstag, den 02. Februar 2012 um 11:54 Uhr

Südwestfalen ist auf dem Weg, sich als attraktive Region für Fachkräfte zu positionieren. Dazu soll unter anderem eine Arbeitgebermarke beitragen, mit der sich Unternehmen als „familien- und mitarbeiterfreundlich“ zertifizieren lassen können.

Wie können wir als Paket – Region und Arbeitgeber – für die dringend benötigten Fachkräfte attraktiv werden? Diese Fragestellung war der rote Faden der Veranstaltung „Familienunternehmen – Unternehmen als Familie“, zu der Wirtschaft für Südwestfalen e. V. in die Räumlichkeiten seines Vorstandsmitglieds Tim H. Maack in die Firma ERCO Leuchten GmbH nach Lüdenscheid eingeladen hatte.

Nach Ansicht von Jutta Rump, einer der renommiertesten Professorinnen für Personalwesen, hat die Digitalisierung zu einer starken Verdichtung der Arbeitswelt geführt, in der die Arbeit immer komplexer und wissensintensiver geworden ist. Mit der demografisch bedingten Reduzierung des Fachkräftepotenzials um etwa ein Drittel wird sich dies für die vorhandenen Arbeitskräfte noch deutlich erhöhen. Erreichbarkeit überall und an jedem Ort trägt mit dazu bei, dass die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit weiter verschwimmen.

In einer solchen Situation legen immer mehr Menschen Wert auf eine ausgewogene Balance. Auch viele Unternehmen wissen, wie wichtig der Ausgleich zwischen Beruf und Freizeit für die Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit der Mitarbeiter ist. „Unternehmen, die dazu beitragen, diesen Ausgleich herzustellen, sind für Arbeitnehmer hoch attraktiv“, so Rump. Das sei in einem sich immer schneller entwickelnden Arbeitsmarkt, in dem sich künftig der Beschäftigte den für ihn attraktivsten Arbeitgeber aussuche, ein zentrales Instrument, um sich von der Masse abzuheben. Rump: „Es ist noch gewöhnungsbedürftig, wenn – wie mir selbst geschehen - ein Bewerber um eine Stelle der FH Ludwigshafen erklärt, ich hätte mit meinem Stellenangebot gute Chancen, in seine engere Auswahl zu kommen.“

Die Personalberaterin Anke Schulz bestätigt solche Erfahrungen aus ihrer Praxis. Viele Jobsuchende hinterfragten das Image des Arbeitgebers und informierten sich übers Web und die Sozialen Netzwerke. „Vielen, gerade Jüngeren, ist die Familienfreundlichkeit in einem Unternehmen mindestens genauso wichtig, wie das Gehalt.“ Genau hier setzt ein vom Kreis Soest vergebenes Zertifikat an. Als nachgewiesen „Familienfreundliches Unternehmen im Kreis Soest“ können mittlerweile zahlreiche Firmen belegen, dass ihnen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Arbeitsleben wichtig ist. „Dies ist eine wichtige Trumpfkarte im Personalrecruiting für diese Unternehmen geworden“, berichtete Kirsten Tischer von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Soest.

Drei Praxisbeispiele aus Südwestfalen zeigen, dass heute schon einige Unternehmen durch vielfältige Aktivitäten Zusammenhalt und damit Identifikation der Belegschaft mit ihrem Unternehmen fördern. In Erwitte konnte die Firma Spenner Zement im vergangenen Sommer 4.500 Gäste zu einem Tag der offenen Tür begrüßen. „130 freiwillige Helfer, darunter auch zahlreiche Familienangehörige der Mitarbeiter, waren mit Begeisterung bei Organisation und Programm bei der Sache“, sagte Projektleiter Stefan Hellemeier. Dank des großen Engagements blieb noch ein beachtlicher Betrag für einen guten Zweck vor Ort übrig. Im Bereich der Gesundheitsprävention am Arbeitsplatz setzt die Firma Grecon aus Lüdenscheid ihren Schwerpunkt. „Freitags freuen sich unsere Mitarbeiter nicht nur aufs Wochenende, sondern schon auf den Montag“, erklärte Geschäftsführer Jörg Grote. Dann sei nämlich regelmäßig ein Masseur im Haus, der allen Mitarbeitern bei nur geringer Eigenbeteiligung eine gesundheitsfördernde Massage anbietet. Das täglich verfügbare Angebot von frischem Obst und Mineralwasser und sicher auch der Einsatz eines Sporttherapeuten haben dazu beigetragen, dass insbesondere die Kurzzeit-Krankmeldungen im Zeitraum von fünf Jahren auf ein Drittel reduziert werden konnten. Grote: „Die Investition in die Gesundheit lohnt sich damit für uns.“

Wie man „Gedianer“ wird, erläuterte Jürgen Fries, Personalleiter von GEDIA in Attendorn. Die Mitarbeiter des Automobilzulieferers nehmen in großer Zahl regelmäßig an Laufwettbewerben und einem firmeninternen Fußballturnier teil oder stärken das Team beim gemeinsamen Rudern um den „Bigge-See-Cup“. Die Auszubildenden sind über Social Media miteinander vernetzt und auch die Betriebsrentner haben weiterhin an der GEDIA-typischen Unternehmenskultur teil.

Die Arbeitgebermarke Südwestfalen soll nun konkret entwickelt werden. Einem Aufruf von Stephan Stracke, dem stellvertretenden Vorsitzenden von Wirtschaft für Südwestfalen e. V., diese Marke in einer kleinen Arbeitsgruppe konzeptionell zu entwickeln, schlossen sich gleich mehrere Interessenten an. Weitere Teilnehmer sind willkommen.

Weitere Informationen www.wirtschaft-suedwestfalen.de